Schweizer Zweig

 

 

 

Die einzelnen Zweige sind nachfolgend gesondert beschrieben.

 

            Appenzeller SchlumpfCS_181354130013

            Toggenburger SchlumpfCS_181354130014

            Züricher ZweigCS_181354130015

            Zweig ZugCS_181354130016

            St. Galler SchlumpfCS_181354130017

 

 

 

Appenzeller Schlumpf

 

Auszüge aus dem Appenzellischen Wappen- und Geschlechterbuch1

 

Hans, Heini, Egli und Aberli Schlumpf (seßhaft  zur Mühle in Herisau) und deren Schwester Greta, Heinrich und Egloff Schlumpf (seßhaft auf der Egg bei Herisau) , kaufen sich am 13.01.1416 von Adolf von Rosenberg von Zuckenried aus der Leibeigenschaft los.

 

Heinrich            Schlumpf aus Herisau (genannt Thäler),

Landmann zu Appenzell empfängt etwa um dieselbe Zeit vom Abt in St.Gallen

'mit bedungener Lösung um 4  Pfund PfennigCS_181354130010 2  zwei Hofstatten zu Herisau, von welchen die eine an die Bachstrasse und das Dorf angrenzt und jährlich 2 Sch. Pfg. nebst zwei alten Hühnern Zins, die andere ebenfalls an das Dorf, ferners an die Hofstatt des Messmeramtes und der Schlumpfen Hofstatt  grenzt und  1 Sch. nebst zwei Hühner zu entrichten hat.'

Er kommt ins Appenzeller Gefängnis 'von der Schulden wegen, die ich roa überfarn han, dass ich wieder iro gesetzt und recht von inan gewichen wolt sin und ihrem Gebot nit gehorsam gewesen bin', schwört bei  Freilassung 11.02.1422 UrfehdeCS_181354130011 3 und stellt als Bürgen: Hans Heini und Egli Schlumpf  zur Müli (Mühle), Hans Schlumpf  zur Mosburg, Egli (Egloff) und Heini Schlumpf zu Egg.

 

Am 02.07.1423 ist von dem Schlumpfen Hof   zu Herisau uff  der Egg die Rede.

 

Egli             Schlumpf an der Huob

(einer der Bürgen für Bezahlung der Schuld Heinrichs an das Kloster St.Gallen); kauft  09.10.1462 als  Mitinhaber der Sturzenegg Zinsen vom Gotteshaus St. Gallen los.

 

Hans            Schlumpf (genannt  'Klein Egli'), Sohn von Egli Schlumpf.

Zwei St.Galler leisten Fürbitte und Bürgschaft. Er wurde aus St .Gallens  Gefängnis  freigelassen.

 

Rudi, Hänsli und Ulrich Schlumpf

haben Zwistigkeit betreffend das Hagen, Dungen, Fahren auf  ihren Gütern  zu Egg, die 22.01.1484 unter Mithilfe einiger geachteter Herisauer Ältesten beigelegt wurde.

 

Am Kirchenbau von Herisau, 1576, (die alte Kirche war 1559 abgebrannt) leistete von den 152 Zahlern Kaspar Schlumpf mit 8 Gulden am Meisten, des weitern steuern aus Dorferschahr: Hans Schlumpf  5 Batzen, Othmar Schlumpf  15 Kr., aus Schwängbergerschar Bartiy, Othmar und Jory Schlumpf je 2 Gulden, Blay Schlumpf 2 Batzen, Jochen Schlumpf  5  Gulden, Hans Schlumpf  l0 Batzen und Marti Schlumpf 1 Batzen.

 

Andreas                    Schlumpf 1508 - 1510 Mitglied des Rats,

1508 - 1513 Kirchenpfleger und Hauptmann von Herisau, wird 1521 an die Tagsatzung nach Zürich abgeordnet. Einer, gleichen Namens, wohl ein Nachkomme des vorigen, ist 1541 Geschworener Richter, 1552 - 1559 des kleinen Rats und hilft 08.07.1552 als Bote von Herisau in den Streitigkeiten zwischen Appenzell und Gais zu schlichten.

 

Katarina                    Schlumpf in Herisau rühmt sich 1635 vieler göttlicher Offenbarungen, liegt  tagelang im tiefen Schlaf, mahnt Obrigkeit, Geistlichkeit und Volk mit großem Ernst zur Buße, verkündet schwere Gottesgerichte und lebt streng sittlich, als bloße Schwärmerin, fern von Prophetensucht.

 

Die Mannschafts-Rödel führen 1541 in Dorfer-, Schwängberger- und Jespergerschar Herisau 43 und in Hundwil Oberriet 7 Mann des Namens Schlumpf  an.

 

Es bürgert sich 1737 ein Hans Schlumpf in Waldstatt ein.


Toggenburger Schlumpf

 

Über die Toggenburger Schlumpf konnten bis  jetzt nur folgende Daten gefunden werden:

 

Hans                   Schlumpf, aus St.Peterzell im Thurtal, seßhaft uff Lübenegg,

wird 1540 im Lehenbuch der frühern Abtei St. Johann im Thurtal eingetragen.

 

Hans                   Schlumpf von Herisau

wird 1659 in der Gemeinde Magdenau in das toggenburgische Landrecht aufgenommen.

 

Es bestehen zur Zeit ansehnliche Kolonien dieser Familie  in Urterwasser, Alt- und Neu- St.Johann sowie  in Krummenau.

 

In der neuern Zeit sind folgende Toggenburger Schlumpf durch ihre Öffentliche Tüchtigkeit bekannt geworden.

 

Gallus, 1761 - 1821, geb. in Peterszell,

Autodidakt, Anwalt und Kapitänsleutenant in Wattwill, demagogischer Publizist bei den Toggenburger Bewegungen von 1795, unter Künzli Landschreiber in Gossau, Mitglied und  Präsident  des  helvetischen  großen Rats, hierauf  Anwalt  in St.Gallen.

 

Franz,                   Sohn des  Obigen, 1790-1870. In Wattwil Sekretär Spölli  - Friedbergs .

Nach 1830 St.Gallischer  Postdirektor, Departementssekretär und Registrator; besorgte die erste St.Gallische Gesetzgebung. Verwalter der von ihm mitbegründeten Kreditanstalt für arbeitende Klassen.

 

Karl,     1824-1910 in St. Peterzell,

erst Lehrer, nachher Telegraphist, verfasste Gelegenheits- und mundartliche  Gedichte, Reisebeschreibungen und ein Schauspiel: Irmberg und Neu-Toggenburg 1906.

 

Emil,      von Alt-St.Johann, geb. 1881,

Lehrer an der kath. Kantonsschule  in St.Gallen, Verfasser verschiedener Aufsätze über die heilige Wiboroda, Mitarbeiter  am H.B.L.S.

 

 

 


Züricher Zweig

 

Im Kanton Zürich werden die Mitglieder der Familie Schlumpf, als von St,Gallen kommend, am frühesten 1513 in Mönchaltdorf bezeugt, wo eine Familie dieses Namens lange Zeit das Bad Mönchaltdorf besaß. Namentlich in den Bezirken Uster und Pfäffikon erfolgten bald weitere Ansiedlungen von St.Gallen und Appenzell aus. Heute sind in allen größeren Ortschaften im Kanton Zürich Schlumpf zu treffen.

 

Heinrich            1846 - 1918

Wortführer der Bewegung zur Revision der Züricher Armengesetzgebung 1918 Nr. 271.

 

Gottfried            1848 - 1926

Lehrer, volkstümlicher Schriftsteller und Journalist

 

Jakob                   1857 - 1916

Lithograph, übernahm 1890 die Topographische Anstalt Winterthur, die er zu einem führenden Institut auf den Gebiet der Kartographie ausbaute, führte in der Schweiz als erster die Reproduktionsphotographie ein. Erfinder auf dem Gebiet der Kopiermethoden für Zinkätzung, des Schnellpressbaus.


Zweig Zug

 

Auch im Kanton Zug ist ein Zweig der Familie schon frühzeitig eingewandert und hat  sich namentlich in Steinhausen und in Risch ausgebreitet.

 

Heinrich             wird 1531 Bürger der Stadt Zug.

Von seinen Nachkommen bekleideten viele verschiedene Beamtungen, so als Obervögte zu Walchwil und Cham.

 

Von den Schlumpf in Risch und Steinhausen machten sich einige um Gemeinde und Kirche sehr verdient.

 

Marie,                           namhafte Schriftstellerin in Risch 15.02.1853 - 10.03.1903.

Verfasserin zahlreicher Erzählungen und Novellen unter dem Pseudonym Marie von Buonas, darunter Remigius, sowie den Roman: Der Weibermann

 

Michael Melchior,             29.11.1797 - 01.07.1880 in Steinhausen,

Pfarrer daselbst 1837, Erziehungsrat, Dekan 1841, Domherr und bischöflicher Kommissar  1857.

 

Wolfgang,                     20.01.1831 - 01.08.1904,

trat 1852 ins Kloster Einsiedeln, kam 1862 als Missionar nach Amerika in die spätere Abtei Sankt Meinrad in Indiana, wurde dort  1870 erster Subprior und Baumeister der Abtei, gründete und baute 1879 das Kloster Subiaco in Arkansas, das 1926 16 Pfarreien versah.

 


St. Galler Schlumpf

 

Über die St. Galler Schlumpf hat das Schweizerische  Biografische  Lexikon folgende Daten gesammelt:

 

Alter Familienname der Stadt.

 

Aberlin (Albrecht), Thomas und Wälti, Söhne eines Korbflechters aus Herisau, erhielten 1385 das Bürgerrecht.

 

Eintrag aus Ahnentafel Weber/Solingen:

 

Aberlin                    Schlumpf, * 1425 in Herisau, + 1498 in St. Gallen,

wird am 25.07.1457 Bürger von St.Gallen und heiratet 1457 Verena Clentz (* 1505 in St.Gallen).

Er arbeitete sich durch Leinwandhandel rasch empor und kam zu großem Reichtum.

Steuert 1473 Elfer(?) der Weberzunft in den Jahren 1457 - 1485.

1479 - 1486 Leinwandmesser. Steuermeister 1485.

Besitzt seit 1457 Haus, Hofstatt und Garten an der Hinteren Gasse in Mang-Vorstadt zu St.Gallen und ein Haus in der Neuen Gasse (heute Unionsbank im ehemaligen Freihof).

Seine Frau vererbt 1502 an ihren Sohn Ulrich Schlumpf Zinsrecht von Hof Sachseln als Lehen des Stifts St.Gallen.

 

Ulrich                   Schlumpf  * 1465 in St. Gallen, + 1515 in St. Gallen,

1. Heirat Anna Scheyenwiler  * 1473, + 1506 in St. Gallen,

ist 1511 - 1515 Linsebühl-Pfleger.

2. Heirat Margreth Stör.

 

Während des 30-jährigen Krieges und seiner Folgezeit ergaben sich für zahlreiche Handelshäuser ernsthafte Absatz- und Zahlungsschwierigkeiten. Beim Firmenzusammen-bruch 1644 schrumpfte das Vermögen von Daniel Schlumpf von 63.200 auf 11.700 Gulden, musste 1661 das Haus verkaufen und in die Vorstadt St.Leonhard umziehen.

 

Abriss aus St.Gallischen Stadtgeschichte 4 über die Familie Schlumpf:

 

Der Stadt  schenkte  sie  5 Bürgermeister, 6 Unterbürgermeister, 14 Ratsherren, 8 Stadtamt-männer, 4 Gerichtsstatthalter, verschiedene Pfarrer, Gelehrte und Zunftmeister. Über 20 derselben besaßen als Notensteiner (eine im 15. Jahrhundert gegründete Gesellschaft der größeren Leinwandexportfirmen St.. Gallen) den Junkertitel.

 

Ein Zweig zog Ende des 16. Jahrhunderts nach Nürnberg, wo Ruprecht Schlumpf  1598 von Kaiser Rudolf  II. ein Wappen bestätigt erhielt (siehe FamilienwappenCS_181354130006).

 

In Frankreich schrieb sich ein dorthin ausgewanderter Zweig 'Sclonf' und wurde  in den Baronenstand erhoben.


 

Die Schlumpf besaßen mehrere Adelstitel und Wappen. Von den erwähnten 5 Bürgermeistern aus der Familie Schlumpf

waren:

Ambrosius                1532 - 1566

Kaspar                      1564, Pannerherr  l570 - 1587

Ambrosius                1620, Zunftmeister 16l8

Kaspar                      1510  - 1524

Heinrich           1764. Dieser war auch achtmal eidgenössischer   Tagsatzungsgesandter.

 

Hans, Bruder des Bürgermeisters Kaspar, kaufte 1589 die St. Johannskapelle und erbaute an deren Stelle 1590-1593 das jetzige Stadthaus.

 

Stadtamtmänner:

            Albrecht                    1532

            Kaspar                      1556

            Jakob                         1656

            Kaspar Erasmus             1698

            Paul                            1717

            Paul                            1733

            Daniel                         1745

            Joh.Paul                     1759

 

In auswärtigen Diensten waren:

            Hans                           +1585, Schultheiß in Baden.

            Jakob                         Vogt zu Bürglen 1593.

            David                          1709 Syndic der Kaufmannschaft in Lyon

            Jakob                         Generalkonsul der Schweden und Dänen in Spanien 1760.

 

Verschiedene dienten auch als Offiziere in fremden Armeen, so Kaspar Erasmus, im 17. Jahrhundert Dragoner-Rittmeister in kaiserlichen Diensten.

 



1 von Ernst Koller und Jakob Signer

2 1 Pfund Pfennig ca. 40.000 Euro

3 daß er sich wegen seiner Untersuchung und Verurteilung an Niemandem rächen werde

4 Ernst Ehrenzeller 1931