Die einzelnen Zweige sind nachfolgend gesondert
beschrieben.
Auszüge
aus dem Appenzellischen Wappen- und Geschlechterbuch1
Hans, Heini, Egli und Aberli Schlumpf
(seßhaft zur Mühle in Herisau) und
deren Schwester Greta, Heinrich und Egloff Schlumpf (seßhaft auf der Egg bei Herisau) , kaufen sich am
13.01.1416 von Adolf von Rosenberg von Zuckenried aus der Leibeigenschaft los.
Heinrich Schlumpf aus Herisau (genannt Thäler),
Landmann zu Appenzell empfängt
etwa um dieselbe Zeit vom Abt in St.Gallen
'mit bedungener Lösung um 4 Pfund Pfennig
2
zwei Hofstatten zu Herisau, von welchen die eine an die Bachstrasse und
das Dorf angrenzt und jährlich 2 Sch. Pfg. nebst zwei alten Hühnern Zins, die
andere ebenfalls an das Dorf, ferners an die Hofstatt des Messmeramtes und der
Schlumpfen Hofstatt grenzt und 1 Sch. nebst zwei Hühner zu entrichten hat.'
Er
kommt ins Appenzeller Gefängnis 'von der
Schulden wegen, die ich roa überfarn han, dass ich wieder iro gesetzt und recht
von inan gewichen wolt sin und ihrem Gebot nit gehorsam gewesen bin',
schwört bei Freilassung 11.02.1422
Urfehde 3 und stellt als Bürgen: Hans Heini und Egli
Schlumpf zur Müli (Mühle), Hans Schlumpf zur Mosburg, Egli
(Egloff) und Heini Schlumpf zu Egg.
Am
02.07.1423 ist von dem Schlumpfen
Hof zu Herisau uff der Egg die Rede.
Egli Schlumpf an der Huob
(einer der Bürgen für
Bezahlung der Schuld Heinrichs an das Kloster St.Gallen); kauft 09.10.1462 als Mitinhaber der Sturzenegg Zinsen vom Gotteshaus St. Gallen los.
Hans Schlumpf
(genannt 'Klein Egli'), Sohn von Egli
Schlumpf.
Zwei
St.Galler leisten Fürbitte und Bürgschaft. Er wurde aus St .Gallens Gefängnis
freigelassen.
Rudi, Hänsli und Ulrich Schlumpf
haben Zwistigkeit betreffend das Hagen, Dungen, Fahren auf ihren Gütern zu Egg, die 22.01.1484 unter Mithilfe einiger geachteter
Herisauer Ältesten beigelegt wurde.
Am
Kirchenbau von Herisau, 1576, (die alte Kirche war 1559 abgebrannt) leistete
von den 152 Zahlern Kaspar Schlumpf
mit 8 Gulden am Meisten, des weitern steuern aus Dorferschahr: Hans Schlumpf 5 Batzen, Othmar
Schlumpf 15 Kr., aus Schwängbergerschar
Bartiy, Othmar und Jory Schlumpf
je 2 Gulden, Blay Schlumpf 2 Batzen,
Jochen Schlumpf 5
Gulden, Hans Schlumpf l0 Batzen und Marti Schlumpf 1 Batzen.
Andreas Schlumpf
1508 - 1510 Mitglied des Rats,
1508 - 1513
Kirchenpfleger und Hauptmann von Herisau, wird 1521 an die Tagsatzung nach
Zürich abgeordnet. Einer, gleichen Namens, wohl ein Nachkomme des vorigen, ist
1541 Geschworener Richter, 1552 - 1559 des kleinen Rats und hilft 08.07.1552
als Bote von Herisau in den Streitigkeiten zwischen Appenzell und Gais zu
schlichten.
Katarina Schlumpf
in Herisau rühmt sich 1635 vieler göttlicher Offenbarungen, liegt tagelang im tiefen Schlaf, mahnt Obrigkeit,
Geistlichkeit und Volk mit großem Ernst zur Buße, verkündet schwere
Gottesgerichte und lebt streng sittlich, als bloße Schwärmerin, fern von
Prophetensucht.
Die
Mannschafts-Rödel führen 1541 in Dorfer-, Schwängberger- und Jespergerschar
Herisau 43 und in Hundwil Oberriet 7 Mann des Namens Schlumpf an.
Es
bürgert sich 1737 ein Hans Schlumpf
in Waldstatt ein.
Über
die Toggenburger Schlumpf konnten bis
jetzt nur folgende Daten gefunden werden:
Hans Schlumpf, aus St.Peterzell im Thurtal, seßhaft uff
Lübenegg,
wird
1540 im Lehenbuch der frühern Abtei St. Johann im Thurtal eingetragen.
Hans Schlumpf von Herisau
wird
1659 in der Gemeinde Magdenau in das toggenburgische Landrecht aufgenommen.
Es
bestehen zur Zeit ansehnliche Kolonien dieser Familie in Urterwasser, Alt- und Neu- St.Johann sowie in Krummenau.
In der
neuern Zeit sind folgende Toggenburger Schlumpf durch ihre Öffentliche
Tüchtigkeit bekannt geworden.
Gallus, 1761 - 1821, geb. in Peterszell,
Autodidakt,
Anwalt und Kapitänsleutenant in Wattwill, demagogischer Publizist bei den
Toggenburger Bewegungen von 1795, unter Künzli Landschreiber in Gossau,
Mitglied und Präsident des
helvetischen großen Rats,
hierauf Anwalt in St.Gallen.
Franz, Sohn
des Obigen, 1790-1870. In Wattwil
Sekretär Spölli - Friedbergs .
Nach
1830 St.Gallischer Postdirektor,
Departementssekretär und Registrator; besorgte die erste St.Gallische
Gesetzgebung. Verwalter der von ihm mitbegründeten Kreditanstalt für arbeitende
Klassen.
Karl, 1824-1910 in St.
Peterzell,
erst
Lehrer, nachher Telegraphist, verfasste Gelegenheits- und mundartliche Gedichte, Reisebeschreibungen und ein
Schauspiel: Irmberg und Neu-Toggenburg 1906.
Emil, von
Alt-St.Johann, geb. 1881,
Lehrer
an der kath. Kantonsschule in
St.Gallen, Verfasser verschiedener Aufsätze über die heilige Wiboroda,
Mitarbeiter am H.B.L.S.
Im
Kanton Zürich werden die Mitglieder der Familie Schlumpf, als von St,Gallen
kommend, am frühesten 1513 in Mönchaltdorf bezeugt, wo eine Familie dieses
Namens lange Zeit das Bad Mönchaltdorf besaß. Namentlich in den Bezirken Uster
und Pfäffikon erfolgten bald weitere Ansiedlungen von St.Gallen und Appenzell
aus. Heute sind in allen größeren Ortschaften im Kanton Zürich Schlumpf zu
treffen.
Heinrich 1846 - 1918
Wortführer
der Bewegung zur Revision der Züricher Armengesetzgebung 1918 Nr. 271.
Gottfried 1848 - 1926
Lehrer,
volkstümlicher Schriftsteller und Journalist
Jakob 1857 - 1916
Lithograph,
übernahm 1890 die Topographische Anstalt Winterthur, die er zu einem führenden
Institut auf den Gebiet der Kartographie ausbaute, führte in der Schweiz als
erster die Reproduktionsphotographie ein. Erfinder auf dem Gebiet der
Kopiermethoden für Zinkätzung, des Schnellpressbaus.
Auch im
Kanton Zug ist ein Zweig der Familie schon frühzeitig eingewandert und hat sich namentlich in Steinhausen und in Risch
ausgebreitet.
Heinrich
wird 1531 Bürger der Stadt
Zug.
Von
seinen Nachkommen bekleideten viele verschiedene Beamtungen, so als Obervögte
zu Walchwil und Cham.
Von den
Schlumpf in Risch und Steinhausen machten sich einige um Gemeinde und Kirche
sehr verdient.
Marie, namhafte Schriftstellerin in
Risch 15.02.1853 - 10.03.1903.
Verfasserin
zahlreicher Erzählungen und Novellen unter dem Pseudonym Marie von Buonas, darunter Remigius,
sowie den Roman: Der Weibermann
Michael Melchior, 29.11.1797 - 01.07.1880 in Steinhausen,
Pfarrer
daselbst 1837, Erziehungsrat, Dekan 1841, Domherr und bischöflicher
Kommissar 1857.
Wolfgang, 20.01.1831 - 01.08.1904,
trat
1852 ins Kloster Einsiedeln, kam 1862 als Missionar nach Amerika in die spätere
Abtei Sankt Meinrad in Indiana, wurde dort
1870 erster Subprior und Baumeister der Abtei, gründete und baute 1879
das Kloster Subiaco in Arkansas, das 1926 16 Pfarreien versah.
Über
die St. Galler Schlumpf hat das Schweizerische
Biografische Lexikon folgende
Daten gesammelt:
Alter Familienname der Stadt.
Aberlin
(Albrecht), Thomas und Wälti, Söhne eines Korbflechters aus
Herisau, erhielten 1385 das Bürgerrecht.
Eintrag
aus Ahnentafel Weber/Solingen:
Aberlin Schlumpf, * 1425 in Herisau, + 1498 in St. Gallen,
wird am
25.07.1457 Bürger von St.Gallen und heiratet 1457 Verena Clentz (* 1505 in
St.Gallen).
Er
arbeitete sich durch Leinwandhandel rasch empor und kam zu großem Reichtum.
Steuert
1473 Elfer(?) der Weberzunft in den Jahren 1457 - 1485.
1479 -
1486 Leinwandmesser. Steuermeister 1485.
Besitzt
seit 1457 Haus, Hofstatt und Garten an der Hinteren Gasse in Mang-Vorstadt zu
St.Gallen und ein Haus in der Neuen Gasse (heute Unionsbank im ehemaligen
Freihof).
Seine
Frau vererbt 1502 an ihren Sohn Ulrich Schlumpf Zinsrecht von Hof Sachseln als
Lehen des Stifts St.Gallen.
Ulrich Schlumpf * 1465 in
St. Gallen, + 1515 in St. Gallen,
1.
Heirat Anna Scheyenwiler * 1473, + 1506
in St. Gallen,
ist
1511 - 1515 Linsebühl-Pfleger.
2. Heirat Margreth Stör.
Während
des 30-jährigen Krieges und seiner Folgezeit ergaben sich für zahlreiche
Handelshäuser ernsthafte Absatz- und Zahlungsschwierigkeiten. Beim
Firmenzusammen-bruch 1644 schrumpfte das Vermögen von Daniel Schlumpf von
63.200 auf 11.700 Gulden, musste 1661 das Haus verkaufen und in die Vorstadt
St.Leonhard umziehen.
Abriss
aus St.Gallischen Stadtgeschichte 4 über die
Familie Schlumpf:
Der
Stadt schenkte sie
5 Bürgermeister, 6 Unterbürgermeister, 14 Ratsherren, 8 Stadtamt-männer,
4 Gerichtsstatthalter, verschiedene Pfarrer, Gelehrte und Zunftmeister. Über 20
derselben besaßen als Notensteiner (eine im 15. Jahrhundert gegründete
Gesellschaft der größeren Leinwandexportfirmen St.. Gallen) den Junkertitel.
Ein
Zweig zog Ende des 16. Jahrhunderts nach Nürnberg, wo Ruprecht Schlumpf 1598 von Kaiser Rudolf II. ein Wappen bestätigt erhielt (siehe
Familienwappen).
In
Frankreich schrieb sich ein dorthin ausgewanderter Zweig 'Sclonf' und
wurde in den Baronenstand erhoben.
Die
Schlumpf besaßen mehrere Adelstitel und Wappen. Von den erwähnten 5 Bürgermeistern
aus der Familie Schlumpf
waren:
Ambrosius 1532 - 1566
Kaspar 1564, Pannerherr l570 - 1587
Ambrosius 1620, Zunftmeister 16l8
Kaspar 1510 - 1524
Heinrich 1764.
Dieser war auch achtmal eidgenössischer
Tagsatzungsgesandter.
Hans,
Bruder des Bürgermeisters Kaspar, kaufte 1589 die St. Johannskapelle und
erbaute an deren Stelle 1590-1593 das jetzige Stadthaus.
Stadtamtmänner:
Albrecht
1532
Kaspar 1556
Jakob 1656
Kaspar Erasmus 1698
Paul 1717
Paul 1733
Daniel 1745
Joh.Paul 1759
In
auswärtigen Diensten waren:
Hans +1585, Schultheiß in Baden.
Jakob Vogt zu Bürglen 1593.
David 1709 Syndic der Kaufmannschaft in
Lyon
Jakob Generalkonsul der Schweden und Dänen
in Spanien 1760.
Verschiedene
dienten auch als Offiziere in fremden Armeen, so Kaspar Erasmus, im 17.
Jahrhundert Dragoner-Rittmeister in kaiserlichen Diensten.